Erprobungsstufe
© 2010 ASR
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Erprobungsstufenarbeit (Klassen 5/6)

Der Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I bringt eine Reihe von Veränderungen für die SchülerInnen mit sich. So müssen sie sich zum Beispiel, bedingt durch das Fachlehrersystem, an verschiedene Lehrkräfte gewöhnen, haben zusätzliche neue Fächer wie die erste Fremdsprache und befinden sich in einer wesentlich größeren Schule, in der sie die Jüngsten sind.
Um ihnen die Eingewöhnung zu erleichtern, unterstützt die ASR sie mit organisatorischen, unterrichtlichen und insbesondere pädagogischen Mitteln.
So sind alle Klassen 5 im Hauptgebäude in einem Trakt mit eigenen Toiletten untergebracht. In den ersten Wochen
findet noch kein Fachunterricht statt, um den neuen SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, sich mit Unterstützung
der KlassenlehrerInnen einzugewöhnen. Der Schwerpunkt liegt in dieser Zeit zunächst auf dem Erkunden der
Umgebung (Schulrallye, Bibliotheksführung etc.), der Gestaltung des Klassenraums, dem Kennenlernen der Kinder
untereinander und dem Methoden lernen.
Der sich anschließende Fachunterricht trägt dem Umstand Rechnung, dass die LehrerInnen in der Erprobungsstufe noch sehr stark als Bezugspersonen im Vordergrund stehen.
Wir achten daher darauf, dass möglichst wenige KollegInnen pro Klasse eingesetzt werden und die KlassenlehrerInnen mit mindestens 6 Unterrichtsstunden pro Woche in ihrer eigenen Klasse vertreten sind.
Dass dabei eventuell auch Unterricht fachfremd erteilt werden muss (z. B. in Politik, Biologie oder Kunst),
nehmen wir in Kauf.


Lernen lernen

Immer weniger SchülerInnen werden im Elternhaus zu sorgfältigem und selbstständigem Arbeiten angeleitet und
auch die Grundschulen können die Defizite nicht immer befriedigend ausgleichen. Daher arbeiten die jeweiligen
KlassenlehrerInnen der 5. Klassen bereits seit Jahren mit einem Konzept zum erfolgreichen und eigenständigen
Lernen, das in den Klassen immer wieder erprobt und optimiert wurde. Hierbei geht es im Wesentlichen um die
folgenden Themenbereiche:

-          Hausaufgaben (effektive Anfertigung, zeitliche Planung, etc.)

-          Heftführung und Heftgestaltung

-          Arbeitsmaterialien (Schultasche packen, etc.)

-          Arbeitsplatzgestaltung

-          Erkennen des eigenen Lerntyps

-          Kennenlernen von Lern- und Arbeitstechniken

-          Erlernen von Konzentrations- und Eungstechniken

Diesem Programm liegt die Idee zugrunde, dass die SchülerInnen mit dem Erwerb einer Methode zum erfolgreichen,
eigenständigen Lernen auch die Grundlage dafür erhalten, im Anschluss an die Erprobungsstufe die Verantwortung
für ihr eigenes Lernen übernehmen zu können.

Die Umsetzung dieses Konzeptes bedarf zu seinem Gelingen der Unterstützung des Elternhauses sowie einer guten
usammenarbeit der in den 5. Klassen eingesetzten KollegInnen. Mittelfristig sind daher Informationsabende
für Eltern geplant, aber auch klassenübergreifende Plenumsitzungen, in denen aufwändigere Demonstrationen
(etwa solche zur lernfördernden Gestaltung eines Arbeitsplatzes) zeitökonomisch organisiert werden können.

Soziales Lernen

Mit dem Beginn der 5. Klasse befinden sich die SchülerInnen in einem völlig neuen sozialen Gefüge, in dem sie ihre
eigene Position neu definieren müssen (Unsere SchülerInnen kommen aus ca. 15 verschiedenen Grundschulen).
Erst, wenn sie ihren Platz in der Lerngruppe gefunden haben und sich auch als Teil dieser neuen Gemeinschaft
verstehen können, sind sie in der Lage, ihre ungeteilte Aufmerksamkeit dem Unterricht zuzuwenden.
Die Beziehungsarbeit nimmt daher in der Erprobungsstufe einen größeren Raum ein als in den nachfolgenden
Klassenstufen. Dies zeigt sich in der Klasse beispielsweise in einem regelmäßigen Gesprächskreis. Hier erhalten die
SchülerInnen nicht nur die Möglichkeit ihre Wochenenderlebnisse zu verarbeiten, sie erlernen auch grundlegende
kommunikative Fähigkeiten wie:

-   Sprechen vor einer Gruppe

-   gegenseitiges Zuhören

-   Fragen stellen und beantworten

-   aufeinander eingehen.

Diese Verhaltensweisen können für den Unterricht gewinnbringend genutzt werden, um sie dann hier durch das
Trainieren verschiedener Sozialformen wie Partnerarbeit oder Gruppenarbeit zu ergänzen.

Um sich in der Klassengemeinschaft wohlfühlen zu können, ist es gerade für jüngere SchülerInnen jedoch auch
außerordentlich wichtig, Regeln an die Hand zu bekommen, die ein friedliches Zusammenleben garantieren.
Daher werden in den ersten Wochen zusätzlich zur Schulordnung - gemeinsam mit den KlassenlehrerInnen
Verhaltensregeln formuliert.

Neben den hier dargestellten unterrichtlichen und erzieherischen Schwerpunkten, denen sich die
lbert-Schweitzer-Realschule verstärkt widmet, und die durch die beiden Elemente des Förderunterrichts in den
Hauptfächern und der Übermittags- und Nachmittagsbetreuung ergänzt werden, manifestiert sich der Charakter
der Erprobungsstufe als einer Phase des Übergangs und der Beobachtung auch in der Veranstaltung regelmäßiger
Erprobungsstufenkonferenzen. Hier wird der Leistungs- und Entwicklungsstand der SchülerInnen thematisiert und
anschließend mit den Eltern besprochen.

Kinder, die nicht in das Leistungsprofil der Realschule passen, können in unserem Schulzentrum problemlos in die
nahe gelegene Hauptschule oder das Gymnasium im Haus wechseln. Auch Probezeiten sind nach Absprache
möglich und erleichtern so die Korrektur der elterlichen Schulformwahl. Eine Versetzung findet erst am Ende
der Klasse 6 statt, so dass die SchülerInnen genügend Zeit haben, mögliche Übergangsprobleme zu überwinden
und ihre Eignung für die Realschule zu überprüfen.